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15.01.2002

Hallo Ihr wenigen.....wir sind bald wieder da.

16.01.2002

 Fängt ja gut an, dieses Jahr 2002 !

Die schöne Ute auf dem Bürgersteig vor dem Stehcafe, geht freundlich lächelnd ... vorbei!

 Der „King of Toledo“ droht uns, dass wir bei ihm zum TOLEDO antreten sollen ... aber Hossa! Wir fürchten den stechenden Schmerz!

 Der Mann, den wir früher den „Paten“ nannte, rannte mit einem Affenzahn am Stehcafe vorbei: wir vermuten Harndrang oder Durchfall. Oder Inkontinenz ... ?!

 Vor Tagen der Schornsteinfeger, dem zwar die beiden Käsebrötchen vorzüglich mundeten, der aber selbst nicht nur kein Glück, sondern ausgesprochen viel Pech hat. Sie haben ihm in Spanien sein Motorrad unterm Hintern weg glatt beschlagnahmt. Er musste es mit dem Geld wieder auslösen, das er zuvor (angeblicher Glücksfall ...) gefunden hatte, der Looser!

 Erich hat sich letzten Sonntag bei Glatteis derart auf die Fresse gelegt, dass er sich u.a. die rechte Hand kompliziert gebrochen hat – muss jetzt sein Bier mit Rechts abpumpen, der arme Kerl. Er tut uns nicht leid, denn wir mögen sein Geschwätz nicht. 

 Dunja musste gestern in K. „vorsingen“. Müssen wir jetzt bald immer „Frau Professor“ zu ihr sagen? Wir hoffen: Ja!

 Das Schlimmste: genau gegenüber dem Stehcafe, wo früher der „Minipreise“ – Laden war, renoviert jetzt der Boutiquen – Besitzer von schräg gegenüber, drei Häuser weiter links. Dort verkauft er seit Jahren Flingeraner Mode, vorzüglich an klapprige Omas über Siebzig. Aber meistens steht er, hager vornüber gebeugt, die angegraute Minipli – Mähne leicht im Winde wehend, vor der Tür und raucht. Da er diesem Tiere sehr ähnlich sieht, nennen wir ihn schon lange „Königspudel“.

Jedenfalls will er nun mit seinem Laden nach Gegenüber umziehen und renoviert dort, beziehungsweise er  t u t  so, als ob er renoviert, im Grund passiert aber so gut wie  n i c h t s, und wir müssen mit ansehen, wie er Tag für Tag so tut, als ob er etwas tut, raucht, mit kritischen Blicken Wände und Decke mustert, mit den alten Omas plaudert, wieder raucht usw. Bustra ist schon mal Spähtrupp gelaufen und hat den Königspudel in ein Gespräch verwickelt. Das hätte er nicht tun sollen! Bustra hatte schon fünfmal die Klinke in der Hand, zweimal war er schon draußen, aber der Königspudel hatte sich verbal festgebissen, und nur mit äußerster Mühe gelang Bustra der Rückkehr über die Straße ins Stehcafe.

 Bustra hat seit Wochen bei seinem Fischauto hinten links einen Platten und tut dagegen ... bisher nichts!

 Schneider – Sigi schneidert weiter, Hermann pumpt weiter ab, Jockey – Fritz pumpt anders, Mertro – Udo ist am Stehcafe klebengeblieben. Helmi kann immer noch nicht Hochdeutsch, sondern spricht weiter Düsseldorfer Platt. Das rechte Auge von Hans ist jetzt nicht mehr halb offen, sondern halb zu. Krücken – Wolle mosert weiter. Künstler – Thomas kocht weiter (vor ...). Fortuna – Thomas leidet weiter unter Fortuna Düsseldorf. Der Grieche Costa ist weiter zu hektisch.

Die Mädels in Spanien machen weiter, wir wissen aber nicht,wie. Fahrschul – Michael versucht weiter, Leuten das Autofahren beizubringen. Hajo korrigiert weiter. Und Computer – Thomas – wollen wir ihn weiter so nennen, obwohl er unseren kaputten Rechner nicht repariert hat?

Carlos versteckt sich weiter in Neuss – Norf.

 Also: es geht doch weiter! Aber wie? Und wohin?

 Hauptsache, der Königspudel macht weiter und wird endlich mal fertig, sonst können wir für nichts garantieren.

18.1.2001

 

Eine Stewardess geht beim Langstreckenflug nach Amerika mit Getränken durch die Reihen. Sie fragt einen Deutschen: „Sie wünschen?“ „Geben Sie mir bitte ein Bier!“ Dann einen Amerikaner, der einen Whisky bestellt. Schließlich fragt sie einen Taliban: „Möchten Sie Bier, Wein, Whisky ...?“ Der Taliban schüttelt den Kopf: „Nein danke, ich muss noch fliegen!“

 

Das Stehcafe heute, besonders für Computer- und Künstler – Thomas, als Stalingrad: sie sind leicht reingekommen, schon heute Mittag, aber rauszukommen ist schwer ... !

 

Handwerker – Jochen (auch ein berühmter Angler !) hat das Abflussrohr des Pissoirs gereinigt, ist mit der Spirale aber nur zwei Meter tief gekommen und meint, die Scheiße liege tiefer – eine wahrhaft philosophische Erkenntnis.

 

Marions Hund hat unter dem runden Tisch ein widerlich weißes Häufchen gemacht. Wir haben ihn trotzdem leben lassen. Eine Chance soll er noch haben.

Manuela arbeitet sich hinter der Theke ein. Kurzum: Fraueninflation!

 

Der renovierende Königspudel gegenüber versucht einen arbeitenden Eindruck zu erwecken, was ihm aber kaum gelingt.

 

Jemand war in einem Privat – Puff und hat nach eigenen Angaben „preiswert und gut gefickt!“

 

Schneider – Sigi hat aus Rumänien einen Liter selbst gebrannten Slibovic bekommen, in einer Plastikflasche ...

 

Abends wurde heftig geknobelt. Computer – Thomas, der „Mann, der nicht verlieren kann“ (nach eigenen Angaben!), h a t am Ende verloren. Nur Hajo ist in diesem Jahr noch ungeschlagen (er hat allerdings auch noch nicht gespielt ...).

21.1.2001

 

Ziemlich heftiges, teilweise unangenehmes Wochenende. Günni konnte sich am Freitag Abend kaum mehr auf den Beinen halten. Bustra hat ihn mit dem Taxi nach Hause bis in die Wohnung gebracht. Dafür hat er „oben“ im Himmel mal wieder einen Pluspunkt bekommen.

 

Am Samstag waren die Kampftrinker um Hermann vorn am runden Tisch voll im Einsatz, verschwanden aber schließlich beleidigt, als Computer – Thomas, Bustra und Hajo nicht knobeln wollten. Übrig blieb nur eine volltrunkene blonde Mitvierzigerin, die es tatsächlich schaffte, das höchst interessante Gespräch zwischen Künstler – Thomas und Hajo über antike Bronzeguss – Techniken zu zerstören. Ihr anschließender Annäherungsversuch an Hajo („Du bist ein Arschloch, aber nett ...“) kam bei diesem nicht so gut an, was sie dann zu der empörten Bemerkung veranlasste: „Ich bin eine Frau! Habt ihr (Bustra und Hajo, d.Verf.) euch eigentlich mal überlegt, dass ich auch mal gefickt werden möchte!“ Hajo verließ dann fluchtartig das Stehcafe, um sich den Thai vorzunehmen (Ente süß – sauer und die übliche Portion ...) und dann im Paco`s einen Rose zu trinken.

 

Computer – Thomas bestraft uns durch längere Abwesenheit. Wir versuchen uns durch harmonistische Sinnproduktion zu retten: vielleicht wäscht er ja, räumt seine Wohnung auf, beobachtet das Telefon am Staufenplatz (die ehemalige Telefonzelle) ... ?

 

Das philosophische Quartett am Sonntag Abend, 22.45 Uhr im ZDF mit Sloterdijk und Safranski (und Schorlemmer und Messmer), mit dem Thema „Angst“ (nicht zu verwechseln mit der konkreten Furcht), war ganz ordentlich, obwohl die beiden Moderatoren Heideggers Begriff „Angst“ ruhig klarer hätten einbringen können (z.B. aus „Sein und Zeit“ oder aus „Was ist Metaphysik“: „In der Angst eröffnet sich das Nichts!“). Also, Jungs, ruhig mal etwas dominanter philosophisches Fachwissen einbringen, ansonsten aber: weiter so!

 

Wir freuen uns über „die Wenigen, uns Gleichen, die hie und da in der Welt leben  ...“ (z.B. Ute, Fahrschullehrer Michael, auch ein Anonymus) und die sich im Gästebuch gemeldet haben. Ihr Mädels da unten in Spanien – seid ihr im Winterschlaf? Und Nico in Griechenland – bist du immer noch eingeschneit? Und Sarah in Hamburg, oder wo auch immer: gibt`s dich noch? Carlos, okay, wir haben dein Versteckt – Sein in den Wäldern um Norf hinzunehmen gelernt, wenn auch ein wenig zähneknirschend ... Halte dich weiter bedeckt!

 

Wir müssen die drängende Frage abschließend stellen:

 

„Wo kann sich ein Körper abstoßen

an Charles Rivers geschärftem Kinn?“

 

Antwortet, ihr Wenigen!

 

22.1.2001

 

Die Fragen des Lebens stellen sich einfach, direkt und unabweisbar. Also, schöne Ute, es gibt keine „Ersatzfrage“, leider. Wir sind auf deine Antwort gespannt, zumal uns die Frage doch recht klar und einfach erscheint, wenn wir sie zum Beispiel vergleichen mit der Frage eines Pop – Art – Künstlers aus den Sechzigern:

 

„Was ist es denn, das unser heutiges Zuhause so liebenswert und so anders macht?“

 (Dazu gibt es eine Fotomontage. Also gut, Ute, nehmen wir das als „Ersatzfrage“!)

 

Unser Freund, der Verwaltungsjurist und Pensionär Peter, weigert sich doch glatt, für Bustra und Hajo die Steuererklärung zu machen. Seine Saunabesuche erschöpfen ihn zu sehr ... Dabei sollte unser großzügiges Angebot ihm doch nur helfen, seine Freizeit sinnvoll auszufüllen und einer Entlastungsneurose vorzubeugen. Wir finden das etwas undankbar, mögen ihn aber trotzdem.

 

Unseren Freund Computer – Thomas haben wir seit Tagen nicht mehr gesehen. Warum diese brutale Strafe, nur weil Bustra nicht mit ihm tanzen wollte ... ? Bustra und Hajo diskutieren über ihre mögliche Schuld und die Frage, wann und wo der Prozess eröffnet wird, dessen verhängte Strafe ja schon vollstreckt wird.

 

Bustras Geschäft lastet ganz auf seinen Schultern. Er hat gehört, dass irgend jemand Mitleid mit ihm hat. Das aber hilft ihm nicht.

 

Draußen regnet es, einfach so in die kalte Nacht hinein ... was soll das?

 

25.1.2002

 

Ach, schöne Ute, warm ist es uns ums Herz geworden, als du über die Liebenswürdigkeit unseres heutigen Zuhauses schriebst: „innere Zufriedenheit“, „Gefühl“, „Ausdruck ureigener Individualität“, „das ganz persönliche `so bin ich`“ ...

Wir halten unsere Antwort darauf mit dem schönen englischen Wort „well ...“, dessen Bedeutung zwischen „nun ja ...“ und „wellness“ oszilliert, in vorerst unbestimmter Schwebe. Wir freuen uns aufrichtig, dass du dich zu Hause offensichtlich wohl fühlst (ehrlich!). Was allerdings „das ganz persönliche `so bin ich`“ betrifft: Bustra und Hajo haben da einen guten alten Bekannten namens Anatol Stiller, der ihnen von Max Frisch vorgestellt worden ist. Vielleicht kennst du ihn ja auch. Unser Freund Stiller jedenfalls hatte mit diesem ganz persönlichen „so bin ich“ seine Probleme, mehr, als wir alle zusammen...

Hajo konnte nur mühsam davon abgehalten werden, die ganze philosophische Ich – Litanei herunterzubeten. Während Bustra ihn zur Theke zerrte, murmelte er immer noch: „Cogito, ergo sum – Descartes – Ich bin ich – Fichte, ursprüngliche Selbstsetzung als Tathandlung – Hegel: Phänomenologie des Geistes, Kapitel `Herrschaft und Knechtschaft` - Kierkegaard: Das Selbst ist ein Verhältnis, das sich zu sich selbst verhält und dem es in diesem Verhältnis um sich selbst geht...“ Er konnte nur mit mehreren Gläsern Wein zum Schweigen gebracht werden, und zum Glück ist er im Moment sowieso heiser!

 

Der Königspudel gegenüber macht dramatische Fortschritte: heute Nachmittag sah der leere Laden insgesamt nicht mehr nikotingelb, sonder weiß aus. Am frühen Abend kam eine Teppichverlege – Firma, und jetzt sind die Scheiben beschlagen. Vom Schweiß? Es scheint zu werden...

 

Was aber wird aus unserem Freund Computer – Thomas? Wir sehen ihn immer seltener, aber es scheint sich nicht um eine Strafe zu handeln ... scheint ....!?

 

Ansonsten ist alles normal. Günni spielt am Geldautomaten. Schneider – Sigi hat endlich die Papiere seiner Ukrainerin zusammen, um sie heiraten zu können. Jetzt trinkt er hoffnungsvoll sein „Pivo“ (Bier). Hermann, Metro – Udo, Bustra und Jockey – Fritz knobeln, Legionärs – Herbert rezitiert dazu Büttenreden. Künstler – Thomas trinkt ruhig an der Theke ein Bier. Hajo schreibt im hinteren Raum.

 

“We are just some lost souls, swimming in an fishbowl, year after year – and what have we found? The same old fear.” (Pink Floyd)

 

29.1.2002

 

Schöne Ute, warum fühlst du dich langsam von Hajo “verarscht”? Das war und ist mit Sicherheit nicht seine Absicht. Er hat doch nur deine Antwort ernst genommen und darauf geantwortet. Zugegeben: ein wenig ironisch, wie das so seine Art ist, und am Ende auch selbstironisch, aber das sollte doch hinnehmbar sein, oder ... ?

 

Nach stürmischem Wochenende mit Orkanböen heute ein sonniger Tag mit Temperaturen über zehn Grad. Kommt der Frühling, oder werden nur die Knospen provoziert, damit sie später erfrieren? Ist das Ganze nur eine Intrige der Wein- und Obstanbauer, um die Preise weiter hochzutreiben? Wir werden sehen.

 

30.1.2002

 

Friedliche Grüße zurück an Ute.

 

Der Königspudel gegenüber macht Ernst: rechts an der Wand stehen schon drei babyblaue Regale! Er durcheilt geschäftig seine Räume. Seine Miniply – Mähne flattert im Wind. Hossa!

 

Jetzt kommt Kurt, ein seltener, verschwiegener Gast, der nur uns sein Sexualleben detailliert anvertraut: Gestern Abend hat er sich eine vollbusige Blonde, Mutter zweier Kinder, in seiner Wohnung kräftig vorgenommen, während deren Mann unten im Auto wartete. Heute erzählte er, immer noch erschöpft, diese Frau habe sechs (!) Kondome dabei gehabt und träume davon, es mit drei Männern gleichzeitig zu treiben. Well ....

 

Nachdem heute sechs räudige Köter gegen die beiden Yuka – Palmen rechts und links vor dem Eingang des Stehcafes gepisst haben, macht Bustra nun ebenfalls Ernst: Auf in den Kampf. Bustra hat einen Ultra – Schallwellen – Schocker gegen Hunde bestellt (Wirkungsradius 6 m). Das Gerät soll für Hunde zwar unerträglich, ansonsten aber nicht gesundheitsschädlich sein. Wir werden es am Wochenende an Marions Mini – Köter unauffällig ausprobieren. Mal sehen ...

 

 

 

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